
Giant´s Causeway: Ein Guide bei Wind und Wetter für das UNESCO-Welterbe
Outdoor Führung
Autor: Dr. Inge Pett | Veröffentlicht am: September 2023 | Lesezeit: 7 Minuten
Quelle: https://www.restauro.de
Seit dreihundert Jahren fasziniert der Giant’s Causeway Wissenschaftler:innen und Künstler:innen gleichermaßen. Der Damm aus polygonalen Basaltsäulen an der Küste der Grafschaft Antrim gilt als ein Symbol für Nordirland und zählt zum UNESCO-Welterbe. Entsprechend viele Besucher:innen lockt dieser ungewöhnliche Ort an. Damit diese sich unfallfrei im Gelände bewegen können, entwickelte die Berliner Firma tonwelt eigens einen Hands-Free Audioguide.
Der Giant’s Causeway im Norden Irlands ist ein Magnet für Touristen aus aller Welt: Im Jahr besuchen ihn etwa eine Million Menschen, an Spitzentagen sind es bis zu 5000. Seit 1986 ist der etwa fünf Kilometer lange „Damm der Riesen“ UNESCO‑Welterbestätte.
Der Ort ist tief verankert in der keltischen Mythologie: Der Legende nach hatte der irische Riese Fionn mac Cumhaill seinen schottischen Giganten Benandonner zum Kräftemessen herausgefordert. Fionn riss während des Wettbewerbs ein Stück aus der Küste von Antrim heraus und erbaute damit eine Landbrücke zur Nachbarinsel.
An die 40.000 gleichmäßig geformte massive schwarze Basaltsäulen ziehen sich an der „Naturstätte von außerordentlicher Schönheit“ die Klippen entlang, bevor sie im Meer enden. Spektakulär sind Ausmaße und Form: Etwa die Hälfte der bis zu zwölf Meter hohen Säulen hat einen sechseckigen Querschnitt. Die Gesteinsschicht ist bis zu 25 m dick. Forscher gehen davon aus, dass die Landschaft durch vulkanische Aktivitäten während des Tertiärs, also vor etwa 50 bis 60 Millionen Jahren, entstanden ist.
Formationen senkrechter Basaltsäulen können bei sehr langsamer und gleichmäßiger Abkühlung von Lava entstehen. Die Säulenstruktur bildet sich dabei aus Spannungsrissen, die langsam in das Material hineinlaufen. Sie entstehen, wenn sich das Material abkühlt und schrumpft, und breiten sich senkrecht zur Abkühlungsfläche aus. Der Vulkan, dessen Lava zur Formation des Damms führte, existiert nicht mehr; er wurde durch Erosion abgetragen.
Der britische National Trust besitzt und verwaltet das 70 Hektar große Gelände des Giant’s Causeway, wobei ein System von überwachten Wanderwegen zur Küste führt. Ein Großteil des Gebietes, das unter anderem als „Causeway Coast Area of Outstanding Natural Beauty“ gewürdigt wird, steht unter Naturschutz.
Der von der Berliner Firma tonwelt entwickelte Audioguide bringt den in immer größerer Zahl anreisenden Tourist:innen die Geschichte, Geografie und Bedeutung des Ortes auf niederschwellige Weise näher. „Direkt am tosenden Meer gelegen war das eine große Herausforderung“, resümiert Johannes Maibaum, technischer Direktor bei tonwelt.
Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass sich der Auftraggeber ein Bedienkonzept wünschte, das die Tourist:innen sowohl durch das Besucherzentrum als auch auf ihrem Outdoor‑Weg hin zur Wasserkante leitet. „Eine Hands‑off‑Audioführung mit konsequent automatischer Auslösung hat sich hier angeboten“, erläutert Maibaum. Das Unternehmen entwickelte den „supraGuide ECO“, ein Gerät, das schnell, sicher und intuitiv zu bedienen ist – im Inneren des Besucherzentrums ebenso wie auf den Wegen zu den Klippen, wo an nummerierten Stelen Informationen zu Giant’s Causeway abrufbar sind.
Der Guide bezieht auch diverse bereits bestehende Videostationen in der Ausstellung mit ein. Dies hat den Vorteil, dass sich der Geräuschpegel in der offenen Halle erheblich reduziert. Eine Visualisierung etwa zeigt, wie die Bewegungen tektonischer Platten zu der besonderen Formation der Steine geführt haben. „Wir vermitteln die Inhalte in elf Sprachen, um sicherzugehen, dass unsere Besucher etwas mitnehmen“, betont Alastair Walker, Site Manager des Giant’s Causeway. Zuvor hatte es die Erläuterungen nur auf Englisch gegeben. „Die Besucher:innen aus aller Welt sollen eine Erfahrung machen, die einer UNESCO‑Welterbestätte würdig ist“, so Walker. Besonders gefällt ihm, dass die Besucher:innen den Guide nicht halten müssen. Und dies auch bei starkem Wind oder glitschigem Boden. „Sie können ihn einfach um den Hals baumeln lassen und die Eindrücke des Gesehenen und Vermittelten auf sich wirken lassen.“