Eine Sammlung, zahlreiche Perspektiven
Multimediale Begegnungen in der Hilti Art Foundation
Seit 2024 ist das Museum der Hilti Art Foundation in Vaduz unter der Leitung von Dr. Karin Schick. Ein Ziel ihrer Arbeit ist die Öffnung der hochkarätigen Privatsammlung für ein breiteres Publikum. Wie kann das gelingen, wenn sich ein Haus abseits der etablierten Kunstzentren befindet? Mit gezielten lokalen und internationalen Kooperationen sowie einem Mediaguide, der die vielseitigen Begegnungen in und mit der Sammlung, die von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart reicht, widerspiegelt.
„Wir befinden uns ja nicht in einer der Metropolen der Welt, und nicht alle Menschen werden uns besuchen können. Zugleich ist Liechtenstein kulturell sehr reich, ein Land mit hochinteressanten Institutionen, die sich den verschiedensten Künsten widmen. Um ein für unsere Situation stimmiges Konzept zu entwickeln, brauchten wir einen erfahrenen Partner – und so wandten wir uns an tonwelt, einen Spezialisten für Museumsguides, mit dem ich selbst schon gearbeitet hatte“, erläutert Dr. Karin Schick in einem Interview im Fachmagazin neues museum (vollständiger Artikel siehe unter Links). Die Anfrage an tonwelt war insofern außergewöhnlich, da es sich dabei nicht um eine gewöhnliche Audioführung handelte, sondern vielmehr um ein umfassendes Konzept zur Vermittlung und Öffnung der Kunstsammlung. Wichtig war dem Leitungsteam der Hilti Art Foundation (HAF) vor allem, die Begegnungen in und mit der Sammlung in den Fokus zu rücken.
Welche Werke beleuchten sich gegenseitig, was haben sie Kindern oder Schüler:innen zu sagen, wie reagieren Musiker:innen und Theaterschaffende auf Werke der Klassischen Moderne oder der zeitgenössischen Kunst? Und wie lassen sich die Inhalte aus dem Guide auch über diesen hinaus publizieren?
Inhalt und Technik – Hand in Hand
Die Auswahl des technischen Set-ups spiegelt diesen Wunsch nach Öffnung und medialer Präsentation wider. Mit der supraGuide DIVA entschied sich die Hilti Art Foundation für ein leistungsfähiges Mediaguide-System mit großem 6,3-Zoll-Display, das die hochwertigen Inhalte in hoher Qualität und performant in zwei Sprachen wiedergeben kann. Parallel dazu wird der Guide auch als PWA (Progressive Web App) für die besuchereigenen Smartphones angeboten. Beide Guides, ob supraGuide DIVA oder digitaler BYOD-Guide, sind kostenfrei erhältlich – ideal für eine gesteigerte Reichweite und Nutzungsrate. Der Technik-Mix zahlt sich aus: Die Verweildauer im Museum hat sich nachweislich erhöht.
Audio fürs Sehen, Video fürs Verstehen: Mediale Vielfalt für multiperspektivische Rezeption
In der medialen Vermittlung sind für die HAF zwei Medientypen führend: Audio und Video. Die inhaltliche Einführung in die Ausstellung und ihre kunsthistorischen Bezüge vermittelt Direktorin Dr. Karin Schick auf lebendige und eingängige Weise in Video-Einspielern von 1½ bis 2 Minuten. Während zu den Werken zunächst ein allgemeiner Audiobeitrag zu hören ist, werden wertvolle Kontextinformationen und Hintergrundgeschichten über die Vertiefungsebenen via Video vermittelt. Hierfür produzierte tonwelt mit der HAF eine Reihe von hochwertigen Clips, darunter Beiträge von Künstler:innen bzw. deren Nachkommen oder persönliche Erinnerungen aus der Erwerbungsgeschichte, erzählt vom Sammler Michael Hilti. Überdies werden Werkdetails, Wirkungsgeschichte oder kunsthistorische Besonderheiten durch Beiträge von RestauratorInnen, WissenschaftlerInnen und ExpertInnen vertieft. Das Ziel dieser medialen Vielfalt ist es, „den Blick zu öffnen“, so Dr. Karin Schick: „Ein Kunstwerk lebt von der Vielfalt der Interpretation – kein Mensch sieht, denkt, erfährt genau dasselbe wie der andere. Sieht und hört man die unterschiedlichen Personen aus ihren jeweiligen Perspektiven sprechen, öffnet sich der eigene Blick auf das Werk neu, und dessen Vieldeutigkeit leuchtet unmittelbar ein. Kunst bildet einen gemeinsamen Raum, in dem wir uns gefahrlos begegnen, austauschen und besser verstehen können.“ Und Kommunikationsmanagerin Lena-Sophia Nachbaur ergänzt: „Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit können wir diese Vielfalt an Perspektiven sichtbar machen. Kunst wird so zu etwas, das uns alle auf unterschiedliche Weise herausfordern und begeistern kann.“
Feine Formate für eine exquisite Sammlung
Die Besonderheit der Sammlung, die vom Ausgang des 19. Jahrhunderts bis in die Jetzt-Zeit reicht, erlaubt innovative Konzepte. So standen etwa Gemälde des irisch-amerikanischen Künstlers Sean Scully, der mit über zwanzig Werken in der Sammlung vertreten ist, mit Gemälden von Paul Klee im Zentrum der Ausstellung „In Touch. Encounters in the Collection“. Für den Mediaguide gab es sowohl Kooperationen mit dem Zentrum Paul Klee, Bern, als auch mit dem Künstler Sean Scully selbst. Gerade in der Zusammenarbeit mit Künstlern oder auch Zeitzeugen entstehen so oft Inhalte, die man nirgendwo sonst lesen oder rezipieren könnte, eine besondere Form der Oral History.
Sonderformate online und onsite
Anlässlich dieser Ausstellung mit Werken von Paul Klee und Sean Scully (November 2025 –April 2026) produzierte die Hilti Art Foundation in Kooperation mit tonwelt überdies eine 30-minütige Filmdokumentation und porträtierte den Künstler Sean Scully in seinem Atelier in New York. Die Filmpremiere fand als Teil des Closing-Events anlässlich der Finissage der Ausstellung „In Touch“ statt.
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Hilti Art Foundation
Vaduz (FL), seit 2025
Multimedia guiding und Creative Content
Kunstmuseum
- Contentproduktion Audio und Video
- UX/UI
- Texterstellung
- Übersetzung
- Multimediaguide supraGuide DIVA
- PWA




